Pressemitteilung —
SANCTUM erhält Grand Prix für nachhaltige Architektur im Baltikum
Architektur, die dem Wald folgt
SANCTUM erhält Grand Prix für nachhaltige Architektur im Baltikum
Bestehende Lichtungen, alter Baumbestand und die natürliche Topografie bestimmen die Architektur des SANCTUM Nature Therapy Retreat nahe Vilnius. Für das zurückhaltend in die Waldlandschaft eingebettete Ensemble setzte das litauische Architekturbüro arches auf Holzkonstruktionen und eine konsequente Materialität: Mehr als 50.000 Laufmeter Kebony prägen Fassaden und Dächer. Jetzt wurde SANCTUM mit dem Grand Prix bei „Sustainability in Architecture, Construction and Design in Baltics 2026“ ausgezeichnet.
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Bezdonys/Vilnius, September 2026. Rund vier Jahre dauerten Planung und Realisierung von SANCTUM. 2025 wurde der Rückzugsort inmitten einer weitgehend erhaltenen Waldlandschaft nahe der litauischen Hauptstadt Vilnius fertiggestellt. Dabei sollte sich nicht die Landschaft der Architektur unterordnen – vielmehr bestimmten vorhandene Lichtungen, Topografie und Baumbestand die Position und Ausformung der einzelnen Gebäude.
„Die Planung und Realisierung von SANCTUM nahm fast vier Jahre in Anspruch. Das Projekt ist das Ergebnis einer langen und intensiven Auseinandersetzung mit dem Ort, den Materialien und den architektonischen Details“, erläutern Arūnas Liola und Greta Gulbinskė vom Architekturbüro arches.
Bauen zwischen den Bäumen
Das Ensemble umfasst ein Hauptgebäude mit Gästezimmern, Gemeinschaftsbereichen und einem multifunktionalen Raum für bis zu 50 Personen sowie separate Gästehäuser und Bereiche für Wellness und Erholung.
Die Gebäude verteilen sich zwischen dem vorhandenen Baumbestand. Statt eine neue Ordnung über den Ort zu legen, nutzt der Entwurf die vorhandenen räumlichen Situationen des Waldes. Innenhöfe, Wege und große Öffnungen schaffen dabei immer wieder unmittelbare Beziehungen zwischen Innenraum und Landschaft.
Konstruktiv setzt SANCTUM wesentlich auf Holz. CLT-Elemente und Brettschichtholz bilden die Grundlage der Gebäude. Auch die äußere Erscheinung wird vom Material geprägt: Mehr als 50.000 Laufmeter Kebony wurden an Fassaden und Dächern eingesetzt und verbinden die unterschiedlichen Baukörper zu einem zusammenhängenden Ensemble.
50.000 Laufmeter für Fassade und Dach
Der Wunsch nach einer langlebigen und wartungsarmen Gebäudehülle spielte bei der Materialwahl eine wesentliche Rolle.
„Der Bauherr wünschte sich dauerhafte Lösungen mit geringem Wartungsaufwand. Ziel war nicht ein ikonisches Einzelobjekt, sondern ein zusammenhängendes, robustes Ensemble, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt“, erklären die Architekten.
Die Kebony Fassaden sind als hinterlüftete Konstruktion ausgeführt. Die Bekleidung ist auf einer Holzunterkonstruktion befestigt; für die Befestigung kommen korrosionsbeständige Edelstahlnägel zum Einsatz.
Kebony wird aus zertifizierten Nadelhölzern hergestellt, deren Holzeigenschaften durch ein patentiertes Modifizierungsverfahren dauerhaft verändert werden. Dabei kommt eine biobasierte Flüssigkeit zum Einsatz. Die patentierte Technologie erhöht unter anderem Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität des Holzes.
Auf eine zusätzliche Oberflächenbehandlung kann verzichtet werden. Unter dem Einfluss von Sonne und Witterung verändert sich die zunächst braune Oberfläche und entwickelt mit der Zeit eine silbergraue Patina. Bei SANCTUM ist diese Veränderung Teil des architektonischen Konzepts: Mit zunehmender Bewitterung sollen sich Fassaden und Dächer visuell noch stärker mit der umgebenden Waldlandschaft verbinden.
„Kebony unterstützt die natürliche Materialität und Harmonie des Projekts. Das Holz ermöglicht es der Architektur, würdevoll zu altern und sich zunehmend in die Waldlandschaft einzufügen“, so arches.
Eine Zusammenarbeit über mehrere Projekte
SANCTUM ist nicht das erste Projekt, bei dem arches mit Kebony arbeitet. Bereits bei der ebenfalls in Litauen realisierten Valley Villa setzte das Büro das modifizierte Holz ein.
„Jedes Mal, wenn wir Kebony verwenden, lernen wir mehr über seine gestalterischen Möglichkeiten“, sagte Arūnas Liola bereits im Zusammenhang mit Valley Villa. Die langjährige Erfahrung mit dem Material floss nun auch in die Planung von SANCTUM ein.
Neben Materialwahl und Konstruktion umfasst das Konzept weitere Maßnahmen wie Photovoltaik, Regenwassernutzung, biologische Abwasserbehandlung und energieeffiziente Gebäudetechnik.
Grand Prix für SANCTUM
Für seine Verbindung von Architektur, Material und Landschaft wurde SANCTUM nun mit dem Grand Prix bei „Sustainability in Architecture, Construction and Design in Baltics 2026“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb würdigt Projekte aus Litauen, Lettland und Estland unter anderem hinsichtlich Nachhaltigkeitsprinzipien, architektonischer Qualität und Qualität der realisierten Lösungen.
Es ist bereits die zweite internationale Auszeichnung für SANCTUM im Jahr 2026: Bei den Architizer A+Awards erhielt das Projekt zuvor den Jury Award in der Kategorie „Design for Wellbeing“.
Projektdaten
Projekt: SANCTUM – Nature Therapy Retreat
Ort: Bezdonys, Bezirk Vilnius, Litauen
Fertigstellung: 2026
Architektur: arches
Architekten: Arūnas Liola, Greta Gulbinskė, Rolandas Liola, Edgaras Neniškis
Tragwerk: UAB Inžinierių komanda
Projektmanagement: UAB Viconus
Generalunternehmer: UAB Kriautė
Fassade und Dach: Kebony, mehr als 50.000 Laufmeter
Distributor: UAB HOTA
Fotografie: Leonas Garbačauskas
Auszeichnungen:
Grand Prix – Sustainability in Architecture, Construction and Design in Baltics 2026
Jury Winner – Architizer A+Awards 2026, Design for Wellbeing
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Kebony AS ist ein norwegisches Unternehmen mit Sitz in Oslo und wurde 1997 gegründet. Das Unternehmen entwickelt und produziert modifiziertes Echtholz für langlebige Anwendungen im Außenbereich. Grundlage ist eine in Norwegen entwickelte Technologie, bei der schnell wachsende Weichhölzer in einem zweistufigen Verfahren (Dually Modified™) dauerhaft verbessert werden. Das Ergebnis ist ein widerstandsfähiges Holz mit den Eigenschaften hochwertiger Harthölzer.
Die Produktion erfolgt im belgischen Kallo bei Antwerpen. Kebony wird weltweit vertrieben und zählt Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die USA zu den wichtigsten Märkten. Architekten, Landschaftsarchitekten und Handwerksbetriebe setzen Kebony unter anderem für Terrassen, Fassaden, Stege und andere anspruchsvolle Außenanwendungen ein.
Für seine Technologie wurde Kebony unter anderem vom World Economic Forum als Technology Pioneer ausgezeichnet und mehrfach in die Liste der Global Cleantech 100 aufgenommen.